Manchmal, oder auch nicht

Das Leben tröpfelt vor sich hin. Draußen ist es mindestens so kalt und grau wie drinnen, ich stehe im Grau auf und gehe im Grau wieder ins Bett, wenn nicht sogar im Schwarz. Quäle mich durch die Tage und kämpfe mich durch die Ödnis im Büro, suche nach wenigstens einem kleinen Highlight. Aber es stellt sich nichts ein. Dann und wann freue ich mich darauf, mit Juna vor die Tür zu gehen, wenigstens eine Prise Freude über mein Kommen sehen zu dürfen. Nein, es ist keine Depression, es ist die Realität, die mich nervt. Eine Ansicht der Möglichkeiten.

Version 1: Durchhalten. Noch knapp zwei Jahre. Dann alle Zelte hier abbrechen. Zurück nach Paderborn, oder auch Bielefeld. Zur Not sogar Salzkotten. Zwei Jahre so weiter? Nö, Danke.

Version 2: Wieder eine Beziehung suchen. Und die ganze Geschichte wieder zurück spulen. Ohne Garantie. Noch nicht mal mit Gewährleistung. Auch keine Alternative.

Version 3: Abschalten, aussteigen, dicht machen. Akzeptieren, was nun mal ist, nicht mehr versuchen, noch etwas zu erreichen, einfach nur weitergehen ohne nachzudenken. Wird schwierig, wie der Katze das Mausen abzugewöhnen.

Was mich erschüttert, ist die Alternativlosigkeit. Das Fehlen von Perspektiven. Nun könnte ich sagen, ich hätte doch noch, wenn es gut läuft, noch zehn oder sogar mehr Jahre. Könnte doch etwas daraus machen. Das ist so ähnlich wie der Aufruf zum Zusammenreißen an einen Depressiven. Es will einfach nicht gelingen. Weil es ein innerer Widerspruch ist. Und doch ist da ein Schatten eines Gedankens, dass es eine Lösung gibt. Nur stehe ich mir selbst dabei im Wege.

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