INA217 Mikrofon-Vorverstärker

Für die Produktion von Podcasts hatte ich mich für das Røde NT1-A entschieden, ein sehr gut klingendes Mikro mit praktisch nicht vorhandenem Rauschen. Allerdings hat dieses Großmembran-Kondensator-Mikro auch für das Einsprechen einen erheblichen Nachteil. Es ist so empfindlich und hoch auflösend, dass jedes Magengrummeln und jedes Geräusch im Haus klar und deutlich gezeichnet wird. Und auch Speichelgeräusche und Lippenlecken ist so deutlich zu höen, dass es stört. Also weg vom Großmembran, hin zu einem dynamischen Mikro aus gleichem, zuverlässigen Hause, und eines, das speziell fürs Einsprechen gemacht ist, das Røde Broadcaster. Ein feines Mikro mit einem für dynamische Arbeitsweise sher gutem Klang. Und mit einem anderen Haken, denn dynmaische Mikros liefern nur sehr geringen Output, beim Broadcaster 1,6 mV bei 96dBA. Für brauchbaren Pegel muss mein Behringer-Pult voll aufgezogen werden. Das Ergebnis ist zu hohes Rauschen. Selbst der ART MP Tube-Preamp kommt in Pegelbereiche, wo es deutlich rauscht. Lösung wäre ein wirklich guter Preamp-Kanalzug, aber der würde das Mehrfache des Mikros kosten. Das muss doch auch besser gehen.

Opamps first

Der erste Versuch mit diversen Opamps von Burr Brown OPA2152 bis NE2254 brachten keine besseren Ergebnisse als das Behringer-Pult, eher schlechtere. Dann stieß ich auf eine Schaltung, die angeblich niedrigestes Rauschen produzierte, mit Phantomspeisung und basierend auf einem Baustein, der nicht für Audio, sondern für Instrumentierung gedacht ist, der INA217. Nicht leicht zu bekommen, aber bei XXX iim Programm. Hier die Schaltung:

 

 

Phantomspeisung und Nullregelung brauche ich nicht, die Dioden kann man für den Heimbetrieb auch weglassen, so dass sich die Schaltung erheblich reduziert.

 

 

 

 

Da der Preamp immer nur mal einige Stunden in Betrieb ist und auch nur wenige Milliampere aufnimmt, wird auch ein Netzteil verzichtet. Zwei in Serie geschaltete 9 V-Batterien liefern genug Spannung, eine virtuelle Masse macht der gute alte TLE2426, schon auf den Cmoy-Bauten bekannt. Der Gain-Feedback wird auf sehr Verstärkung ausgelegt, mit einem 2,7 Ohm-Widerstand und einem 100 Ohm-Potentiometer.

 

 

 

 

Der reduzierte Schaltplan braucht im Grunde kaum eine Vorlage für die Lochrasterplatte.

 

 

 

 

 

Ein erster Testaufbau funktionierte problemlos, jedoch war der Rauschpegel immer noch etwas zu hoch. In einem Forum für Studiotechnik bekam ich den Tipp, noch einen Übertrager vorzusetzen. Zum Einsatz kam der Neutrik NTE4, erhältlich in den meisten größeren Musikläden. Mit einer Übersetzung von 1:4 hob er den Pegel entsprechend an, und das Rauschen reduzierte sich auf ein akzeptables Maß. Ein schnell auzubauender Preamp mit gutem Rauschabstand.

Datenblatt INA217

Lochraster-Layout inkl. TLE2426

EAGLE-Layout